Internet-Wahlkampf 2009: Die großen Parteien haben es schwer im Netz

Gerade zu dieser Bundestagswahl wird dem Internet eine besonders große Wirkungskraft zugesprochen. Es heißt, der Internetwahlkampf hierzulande würde sich an dem von Barack Obama orientieren, der – so hört man immer wieder – durch seine perfekten Webauftritte ins Weiße Haus gekommen wäre. Doch schaut man sich die Internetauftritte der großen Parteien in Deutschland an, so fällt sofort eines auf: die etablierten Parteien haben es nicht wirklich leicht, die Aufmerksamkeit der Wähler auf sich zu lenken. Wesentlich besser läuft es bei den unkonventionellen Parteien, allen voran die Piratenpartei. Einige Daten sollen dies veranschaulichen:

Parteien bei meinVZ

Ob Facebook, Youtube oder meinVZ: in sozialen Netzwerken tummeln sich Millionen Wähler. Vor allem deswegen können sich auch Parteien nicht mehr von diesen Portalen fernhalten und müssen versuchen, hier um Sympathisanten zu werben. In Deutschland spielt meinVZ die größte Rolle, wo die einzelnen Parteien eine eigene Unterseite bekommen haben. Besonders interessant sind die Zahlen der Anhänger, anhand derer man Aussagen über die Unterstützung für die Partei im Web ableiten kann. Zum anderen scheint es auch von Bedeutung zu sein, wie die Involvierung aussieht, also wie viele Menschen sich aktiv auf der entsprechenden Parteiseite bei meinVZ beteiligen – und zwar in Form von Pinnwandeinträgen. Dabei sollte allerdings nie aus den Augen verloren werden, dass meinVZ vorwiegend von jungen Wählern genutzt wird, deren politische Orientierung nicht der deutschen Grundgesamtheit entspricht. Aufgrund dieser Daten Aussagen über den Wahlausgang zu treffen wäre also falsch (Stand: 24.9.2009):

parteien-social-web1

Besucherzahlen Parteihomepages

Des Weiteren ist ein Blick auf die Besucherzahlen von Parteiseiten interessant, um mehr über die Reichweite im Internet aussagen zu können. Die Daten beziehen sich auf den Monat August 2009 und wurden dem Google Ad Planner entnommen:

1. piratenpartei.de: 240.000 unique visitors
2. cdu.de: 110.000 unique visitors
3. spd.de: 110.000 unique visitors
4. gruene.de: 85.000 unique visitors
5. die-linke.de: 84.000 unique visitors
6. liberale.de: 70.000 unique visitors

Was sagen diese Zahlen aus?

Wie bereits erwähnt, sollte man an diesen Zahlen nicht den Wahlausgang festmachen. Dennoch lässt sich zumindest sagen, dass die Piratenpartei wesentlich erfolgreicher im Web ankommt als die etablierten Parteien. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass die Piratenpartei noch sehr jung ist und dass sich deswegen besonders viele Menschen über die Partei, deren Ziele und deren ideologische Ausrichtung informieren möchten. Zum anderen besteht die Zahl der Internetnutzer vor allem aus jungen Menschen. Dennoch dürfen auch die etablierten Parteien nicht versäumen, sich den Bedürfnissen der „Web-2.0.-Gemeinde“ anzupassen.

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