Maybrit Illner debattiert über Sarrazin: Henryk M. Broder gegen Cem Özdemir

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Am späten Donnerstagabend lud Talkmasterin Maybrit Illner zur Debatte auf. Ihr Thema: „Kampf der Kulturen? Sarrazins Spiel mit der Ausländerangst?“ Gemeinsam mit dem Grünenpolitiker Cem Özdemir, dem Publizisten Henryk M. Broder, dem stellvertretenden Chefredakteur der Zeit Bernd Ulrich, dem Schweizer Journalisten Roger Köppel und der Politikwissenschaftlerin Naika Foroutan sollte der Frage nachgegangen werden, ob Thilo Sarrazin ein Tabu-Brecher ist und ob seine polarisierenden Thesen überhaupt stimmen.

Gleich zu Beginn der Talkrunde teilten sich die Lager und die Gäste begannen gegeneinander loszuwettern. Roger Köppel kritisierte vor allem Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Herrn Sarrazin schon vor Erscheinen seines Buches in eine Ecke drängte und entsprechende Konsequenzen forderte. Für den Schweizer Journalisten bedeutet das die Beschneidung eines wichtigen Grundrechtes. In Artikel 5 des Grundgesetzes heißt es: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten…“ Genau diesen Grundsatz, der zu den tragenden Säulen einer funktionierenden Demokratie zählt, scheinen diverse Politiker zu ignorieren. Es wird nicht diskutiert, sondern verurteilt. An dieser Stelle griff jedoch Cem Özdemir vehement ein und verteidigte die Kanzlerin. Seine zweifelhafte Aussage: Personen in einer so hohen und wichtigen Position dürfen keine extremen Standpunkte einnehmen. Warum? Darf man als Bundeskanzlerin keine eigene Meinung kundtun, auch wenn diese vielleicht etwas extremer ist?

Einen ganz anderen Standpunkt nimmt die Politologin Naika Foroutan ein. Sie wirft Thilo Sarrazin vor, er habe die verwendeten Statistiken gefälscht und teilweise zu alte Daten genommen. Nach ihrer Auffassung seien Muslime in Deutschland nicht überproportional straffällig oder schlecht gebildet.

Cem Özdemir und Henryk M. Broder schienen sich besonders fern zu sein. Letzterer bekundete seine fehlende Sympathie offenbar dadurch, dass er den Grünenpolitiker konsequent duzte. Wenn Maybrit Illner ihre Talkrunde nicht selbst beendet hätte, würden die unterschiedlichen, aber dennoch interessanten Gäste auch jetzt noch zusammensitzen und über die Thesen von Thilo Sarrazin diskutieren. Eines hat die ganze Debatte um Sarrazin aber gezeigt: Deutschland hat ein enormes Interesse an diesem Thema. Ob im privaten oder öffentlichen Bereich: kaum ein anderes Thema wird im Moment so heiß diskutiert – und das Buch „Deutschland schafft sich ab“ war nach kurzer Zeit schon vergriffen.

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5 Kommentare zu "Maybrit Illner debattiert über Sarrazin: Henryk M. Broder gegen Cem Özdemir"

  1. Mich hauts um | 3. September 2010 um 10:31 |

    Die Sozialromantikerin Foroutan – uns bleibt aber auch gar nichts erspart – soll mal ganz schnell nach Moabit-Mitte oder, besser noch, nach Hellersdorf-Nord ziehen. Für mindestens 2 Jahre. Dahin, wo die 17jährigen Türken und Arabs auf der Straße zu deutschen Frauen sagen: „Hallo Alte, jetzt ficken wir Dich mal schön durch.“
    Da lernt sie, ob die von Herrn Sarrazin beschriebenen Migranten genauso harmlos sind wie deutsche Gleichaltrige.
    Den frechdreisten Quark von dieser Traumtänzerin müssen wir uns noch anhören. Und ich befürchte, die hat hier auf Steuerzahlers Kosten „studiert“.

  2. Krischan Piepengruen | 3. September 2010 um 11:29 |

    Überprüfen wir mal ganz cool die Aussagen der Spitzenstatiskerin Dr. Foroutan

    ____________________________ ________________________________________ ________________________

    # Foroutan bei Beckmann:

    http://www.youtube.com/watch?v=H0rwXdc7JGc

    bei 1:40 sagt sie wörtlich:

    „Als in den 60er Jahren die ersten muslimischen Migranten als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen sind, konnten wir eine Abiturientenquote von 3% feststellen, jetzt sind wir bei einer Abiturientenquote gerade bei den türkischen Migranten (oder Mihigru) von 18%, das ist eine Steigerung von 900%, diesen Trend kann man einfach nicht verleugnen.“

    # Foroutan bei Maybritt Illner:

    http://www.youtube.com/watch?v=FDcCmqFveFg

    bei 8:25 sagt sie wörtlich:

    „3% machten ursprünglich Abitur, jetzt sind es 27%“

    bei 8:50 sagt sie wörtlich:

    „27% der Türken macht Abitur, sind das ein Drittel, oder sind das nicht ein Drittel?“

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    Bei Beckmann ist Frau Dr. Foroutan bei falschen 18% (wobei sie noch die Steigerung (900%) völlig falsch ausrechnet), alle Zeitungen haben weit niedrigere Zahlen, bei Illner sind es auf einmal 27%, und zu guter Letzt ist es gleich ein Drittel!

    Respekt!

  3. Ich finde es unerträglich, daß ein Mann wie Hr. Sarrazin in der medialen Öffentlichkeit gnadenlos niedergeknüppelt wird, nur weil er sich bemüßigt gefühlt hat seine Meinungsfreiheit mittels seines nun vorliegenden Buches Ausdruck verleihen zu müssen.
    Erstens sollten wir uns ins Deutschland bitte sehr einen gelasseneren Umgang mit querdenkenden Zeitgenossen angewöhnen und zweitens kann ich nicht erkennen, daß Herr S. in seinen bisherigen Auftritten irgendjemanden beleidigt hat. Er selbst wurde es aber vielfach. Ich habe das Buch bisher nicht gelesen, aber was ich aus den bisherigen Medienberichten und Kommentaren entnehmen konnte, geht es Herrn S. ja wohl nicht um die vielen gut integrierten Zuwanderer in unserem Land, sondern vielmehr um die unbestreitbar große Anzahl an, teilweise schon lange in unserem Land lebenden Migranten, die nicht gewillt sind sich in unserer Gesellschaft zu integrieren, ja unsere Gesellschaft sogar rundweg ablehnen, aber gleichzeitig gerne die sozialen Segungen unseres Staates in abspruch nehmen. Darüber kann man sich sehr wohl empören und das müssen auch unsere Politiker und diejenigen, die sich jetzt hysterisch aufregen zur Kenntnisnehmen und darauf reagieren. Ich glaube hier liegt des Pudels Kern, was viele meiner Mitbürger beunruhigt und aufregt, da diese Einstellung ein Schlag ins Gesicht jedes arbeitenden und Steuren zahlenden Bundesbürgers mit und ohne Migrationshintergrund ist.

  4. Ich bin vor fast 40 Jahren aus Deutschland ausgewandert; bei meinen gelegentlichen Heimat-besuchen ist der demographische Wandel und in der Folge davon die bedrückende Verslumung der Städte augenfällig!Viertel,die früher ein bunt gemischtes Volk beherbergten, wurden zu „No-go-areas“,wo selbst die gut integrierten Migranten niemals wohnen wollten; ganze Stadtviertel leben ausschliesslich von der Sozialhilfe,die Kriminalitätsrate ist erschreckend hoch. Da frage ich mich schon, auf welcher „Insel der Seligen“ Foroutan und Ozdemir verkehren. Dass Deutschland ein Migranten-Problem hat,wurde nicht erst durch Sarrazin thematisiert: an der Front,nämlich bei Lehrern,Sozialarbeitern, Polizei und Sozialämtern, wird das seit Jahrzehnten beklagt.Aber die werden nicht befragt, auch nicht bei Illner. Bedauerlich, denn die genormten Parolen der Vorzeigemigranten haben wir ja nun längst im Ohr. Allenfalls mag deren Verhalten in der Diskussion einen informativen Wert haben: es zeigt so deutlich, was manche von der Redefreiheit eines andern halten, der nicht ihrer Ansicht ist. Nichts ist dringender als die Diskussion um die Integration- aber sie muss offen und sachlich geführt werden; stattdessen wird jetzt Sarrazin niedergeknüppelt und zum Märtyrer gemacht und das Problem ein weiteres Mal auf Politikerebene schöngeredet.Dass das aber für die meisten Menschen in Deutschland so nicht weitergehen kann, zeigt auch der Erfolg von Sarrazins Buch.
    Noch etwas zur Sendung:Warum M. Illner nicht eingreift, wenn Teilnehmer mit konträren Ansichten von Foroutan o.a.am Reden gehindert werden, kann ich nicht verstehen: weiss M. Illner nicht, wie mühsam das ist beim Zuschauen, wenn da alle durcheinanderreden? Wenn diese Leute die Grundregeln des Anstands nicht kennen(wollen), sollte man sie doch wenigstens im Interesse der Zuschauer dazu anhalten.

  5. man man man | 6. September 2010 um 10:18 |

    so im gegensatz zu einigen die das buch hier noch nicht einmal gelesen haben und trotztdem meinen sarazin zu unterstüzen habe ich das buch gelesen nur um mal zu gucken was da so drinsteht.
    und das ist ganz klar volksverhetze. das ding ist doch das sarazin bei uns mit negativen assoziationen stimmung macht erspricht von den muslimen weil wir dabei anschäge und radikale im hinterkopf haben. dabei meint er türken. und dann statistiken von 2005 zu nehmen ist doch einfach nur unglaublich. es macht mich echt krank zu lesen, das angeblich 18 prozent sarazins partei wählen würden wovon mehr als 90 prozent EINFACH KEINE AHNUNG HABEN.
    Natürlich hätte die Integration besser laufen können, aber draufzuschlangen ist wohl bei weitem nicht die beste Idee.
    und noch etwas von wegen özdemir und Foroutan grade die wissen doch viel besser bescheid über die verhältnisse als ihr.
    özdemir ist zum beispiel als sohn eines gastarbeiters aufgewachsen und wird deswegen wohl besser über die tatsächlichen verhältnisse informiert sein als ihr.
    und ich reden nciht von verblödeten verallgemeinerungen wie oben angesprochen
    “Hallo Alte, jetzt ficken wir Dich mal schön durch.”

    ihr seit doch echt nicht mehr ganz auf der höhe

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