„Tatort Internet“ – Mann wurde enttarnt, RTL2 unter Druck

Die neue RTL2-Sendung „Tatort Internet“ sorgt für Schlagzeilen und wirbelt Deutschland ganz schön auf. Darin geben sich bereits volljährige Frauen als 13-jähriges Mädchen aus und zeigen, wie schnell sich deutlich ältere Männer via Chat melden und auf ein Treffen drängen. Potentielle Sextäter sollen so enttarnt und zur Rede gestellt werden.

Die Männer müssen aus rechtlichen Gründen allerdings unkenntlich gemacht werden, damit deren Identität nicht auffliegt. Da sie letztendlich mit einer Volljährigen chatten und sich treffen, liegt kein Rechtsverstoß vor. Dennoch konnte jetzt ein Mann enttarnt werden. Offenbar überführte ihn sein Chatname, der in der letzten Folge von „Tatort Internet“ genannt wurde. Durch eine Google-Suche konnte seine Identität schnell geklärt werden und der Mann sah sich mit Bedrohungen konfrontiert. Auch seine Familie werde massiv bedroht, sagt der Mann in einem Spiegel Interview und setzt damit den Sender RTL2 unter Druck. Bei dem Mann handelte es sich um einen Werbefachmann aus München, der sich mit der angeblich erst 13jährigen zum Pizza-Essen traf und sehr schnell zutraulich wurde. Die Bildzeitung veröffentlichte seinen Chatnamen in einem Beitrag, änderte diesen aber erst später ab. Da er diesen Chatnamen auch für andere Foren nutzte, konnte seine Identität sehr schnell geklärt werden – mit Namen und Firmenanschrift.

Dennoch findet „Tatort Internet“ großen Zuspruch in Deutschland. RTL2 greift ein schwerwiegendes Problem auf, das nicht genug in der Öffentlichkeit thematisiert wird. Viele hundert tausend Missbrauchsfälle im Jahr zeigen, dass hier noch einiges getan werden muss. Viele Missbrauchsfälle werden nicht aufgedeckt oder angezeigte Täter gehen aus Mangel an Beweisen straffrei aus. Ein äußerst tragischer Fall ereignete sich nun in Deutschland. Ein 17 Jahre altes Mädchen, das einst von ihrem Stiefvater missbraucht wurde, nahm sich das Leben. In einem bewegenden Abschiedsbrief schilderte sie ihre Erlebnisse. Erst jetzt wurde der Mann angeklagt, obwohl der Fall den Behörden schon lange bekannt war. Das berichtet bild.de. Vielleicht hilft ja „Tatort Internet“ dabei, mehr für dieses Thema zu sensibilisieren.

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10 Kommentare zu "„Tatort Internet“ – Mann wurde enttarnt, RTL2 unter Druck"

  1. Ich finde es ehrlich gesagt gut, dass seine Identität bekannt wurde. Wer weiß, was er anderen Mädchen schon angetan hat. Jetzt muss er das Ganze erstmal seiner Frau und seinen Mitarbeitern erklären. Gut, dass es eine Sendung wie Tatort Internet gibt.

  2. Hallo,ich finde es auch gut,dass man weiss wer der Kerl ist.Ich finde es nur absolut Schade,dass man die Gesichter der „Schänder“ unsichtbar macht.Wer sagt uns Eltern denn, dass diese Männer,die bloßgestellt werden es nicht weiter versuchen ahnungslose Kinder über Chat anzusprechen und sich mit denen zu treffen?Ich möchte nur das es unseren Kinder gut geht und nicht auf so furchtbare Männer reinfallen.Ich finde die Sendung echt genial,aber soviel ich weiss gab es sowas auch im Ausland,nur da hat mal die Gesichter gesehen,was ich, persöhnlich,viel besser finde.Diese Menschen,ob Frau oder Mann,müssen sofort weg gesperrt werden.
    L.G.

  3. Ja ganz meine Meinung. Die Todesstrafe muss wieder eingeführt werden für das Schwein. Und alle die gegen die Todesstrafe für ihn sind sollte man gleich mit hinrichten. Sind sicher auch alles Kinderschänder.

  4. In den Medien ist die Rede von einer „Beschwerde Flut“. Ich denke das die Politik wieder versuchen wird, eine eigene Auslegung zur unterbreiten. Der Großteil der Bevölkerung (ich kenne keinen der anders denkt) ist für das „…an den Pranger stellen…“. Das sage ich als Vater und als Mensch der fast täglich mit Mißbrauchsopfern arbeitet. Opferschutz vor Täterschutz. Unsere Kinder gehen alle was an!

  5. Jack Renge | 15. Oktober 2010 um 13:22 |

    Wohl eher „Meinungsmanipulation“ – dass Aufklärungsbedarf besteht rechtfertigt noch lange nicht Selbstjustiz, erst recht nicht mit unlauteren Mitteln, und dass Leute nicht verurteilt werden für Taten, die sie MÖGLICHERWEISE begehen wollten ist ein Grundpfeiler des Rechtsstaats – das ging an die „Ich find das gut, dass der vorgeführt wird!!“-Mob.

    An die Site-Betreiber: die erwähnte 17jährige wurde nicht im Internet angemacht sondern wie in ca. 80% aller Fälle im Kreis der eigenen Familie vom Stiefvater und hat sich das Leben genommen nachdem sie jahrelang mitansehen musste wie ihr Peiniger nicht einmal von den Behörden angezeigt wurde.

    Diesen Fall als Galeonsfigur für „Tatort Internet“ anzuführen ist mindestens so peinlich und schäbig wie das Gossenjournalismusformat selbst.

  6. Ich finde die Sendung ist wichtig. Dennoch muss man sagen, das nur die Täter aufgedeckt werden. Aber leider wird in der Sendung immer noch nicht hilfreiche Tipps gegeben, wie Eltern ihre Kinder vor solchen Leuten schützen können. Es ist für mich eine reinste Panikmache! Einzig und allein ist die Telefonnummer der Nothoilfe NINA, die dort eingeblendet wird.

    Auch das so dahingestellt wird, das die 18-jährigen, die sich für 13 ausgeben, sofort mit einem alten Mann weiterschreibt, auch wenn diese weiß, das er 45, 55 und älter ist. Ich selbst bin in einem Chat und habe von vielen es so gehört,das die Mädchen erst gar nicht mit solchen Männern weiterschreiben. Die Missbrauchsfälle sind zwar da, aber passieren doch nicht allem. Trotzdem wird es so hingestellt, als ob das Internet eine reinste Gefahrenzone ist. Die Kinder können einfach wegklicken, wenn ihnen jemand zu nahe kommt. Genau wie in dem Chat wo ich User bin kann mann sogar jemanden in eine Ignore Liste stellen und sogar Admins und Channelmodeartoren einen Notruf senden, wenn es zu gefährlich wird und das Kind von dem Täter bedroht wird.

    Aber RTL2 stellt es leider so dar, das die Mädchen lieb und schüchtern weiter mit den Männern schreiben. Sowas beflügelt ihre Fantasie doch nur und da ist doch klar das sie dann das Mädchen(oder auch mit einem Jungen, das zeigte die letzte Folge sehr deutlich) zum Sex verführen. Die Journalistin, die sich da als 13jährige im Chat ausgibt,handelt ziemlich realitätsfern! Es mag zwar stimmen, das es Männer gibt die diese Mädchen verführen, sie mit Komplimenten umhäufen, um ihr vertrauen zu bekommen. Man denke nur an die Loverboys die in den Niederlanden und Belgien junge Mädchen ab 13 jahren zur Prostitution verführen(oder auch zwingen) Ich finde, das gegen diese Männer, die auch jetzt das Internet für ihre Zwecke benutzen, gerichtlich vorgegangen werden muss.

    Und Todesstrafe…nun ja, wenn ihr einen Familienvater, der ohne konsequenzen sich an eine 13jhr ranmachen wollte, die eigentlich 18 ist, seine Familie zerstören wollt, bitte nur zu. Das die Identität eines der männer in der sendung rauskam ist doch Hölle genug….versetzt euch mal in einer ähnlichen situation in deren lage(nicht so krass, als wenn ihr das getan hättet, aber etwas was genauso gesellschaftlich diskreditiert wird)…

    Ich möchte nochmals betonen, das ich kein Täterlobbyismus betreibe! Ich sympathisiere nicht mit solchen Menschen, die unmoralisch und egoistisch denken!

  7. Mich regt diese Diskussion um die Sendung auf. Ich habe auch zwei Kinder, beide bereits erwachsen. Was Internet betrifft habe ich immer aufgepasst. Doch ab und zu muss ich auch mal schlafen, denn ich bin berufstätig.
    Erwachsene Männer, die sich in Chats mit minderjährigen Kindern verabreden!
    Was wollten die, Halma spielen?
    Erst regen sich alle auf, dass die Politik nichts tut, dann regt man sich auf, das sie was tut – und zwar in Richtung Aufklärung.
    Wer denkt an die Kinder? Denn wenn so etwas passiert, legt man auch wieder „Stillschweigen“ drüber und lässt sie allein.
    Die Kinder (das weiß ich durch jahrelange Sozialarbeit) sind ein Leben lang traumatisiert.
    Opferschutz – statt Täterschutz. Die Täter sind erwachsen, sie wussten was sie tun!

  8. Ich liebe solche Diskussionen, denn sie zeigen immer wieder, dass die meißten Menschen nicht nachdenken! Als erstes will auch ich mich davon freisprechen Pädophile usw. zu unterstützen, gutzuheißen oder sonstiges. Aber es kann doch cniht sein, dass sie vorgeführt werden wie im Zoo, zumal es auch nur Anschuldigungen sind, ob diese Menschen schuldig sind, hat ein Gericht zu entscheiden, und nicht eine „Ministergattin“. Was meint ihr, warum dieser Dummensender RTL II, der auch sowas wie x-diaries im programm hat, dies sendet!? a) für die Quoten b) weil sich kein anderer Sender, bzw. kein vernünftiger Sender, sich auf solch eine Stufe des Schmierenjournalismus‘ einlassen wollte…zurecht! es ist reißerisch…diese Sendung is wie die Bild!
    Desweiteren finde ich es besonders wichtig zu sehen, wohin das führen kann… als erstes sind es die pädophilen (wo jeder verständlicherweise zustimmt, dass sowas gesendet wird)..was kommt als nächstes…morde!?…-diebstähle usw. die frage is, wo fängt es an und wo hört es auf!?
    und als letztes will ich noch sagen, dass diese „pionierarbeit“ von rtl II gar keine ist, solche berichte usw. gab es schon jahre vorher in spiegelTV usw. also bitte, selbst für die befürworter dieser sendung… rtl II hat nciht das ei des kolumbus entdeckt.
    ich empfehle mich!

  9. Jede Geschichte hat zwei Seiten – so wichtig es auch ist die Gefahren in Chats zu zeigen die von Erwachsenen ausgehen, genauso wichtig ist es aber auch Jugendlichen klarzumachen wie gefährlich es für sie ist im Internet auf Lolita zu tun, oder sich auf sexuell gefärbte Chatkontakte einzulassen- sogar ein Treffen mit denen zu vereinbaren- alleine. Letzeters kommt in der Sendung viel zu kurz, bis gar nicht zur Sprache.
    Nicht jeder Mann der Minderjährige Mädchen in Chats anschreibt ist ein potentieller Kinderschänder, aber alle wissen – Sex mit einem Jugendlichen unter 16 Jahren ist in Deutschland strafbar, egal wie alt man selber ist.

  10. Hallo,

    meiner Meinung nach, zählen bei RTL2 nur die Quote und darum die finazielle Aspekte.
    Andere Sendungen von RTL2 bestätigen dies.
    Der zweifelhafte Verein von der Gutenberg Frau ist eine Stifftung, darin kann man Gelder steuerfrei verschwinden lassen. Komischerweise sind auch nur Geldsäcke darin vertreten.
    Ehrenamtliche Beratungsstellen, Unterkünfte oder Hilfen für Opfer von Gewalt oder Sexualstraftaten bieten die nicht an. Hilfe zur Steuererleichterung wohl eher.

    Das hier mit einem Lolita-Phänomen, was seit Jahrtausenden bekannt ist Geld verdient wird, daß wissen unsere Großeltern seit dem es den „Schulmädchenreport“ gibt.

    Die Psychologie beschreibt Pädosexuelle auch eher so, um es plump auszudrücken, daß es Menschen sind die nur auf Kinder stehen und Jugendliche nicht reizvoll finden. Darum kann man doch hier generell nicht von krankhafter Pädophälie sprechen, sondern eher von sexueller Nötigung per Internet.

    und der ehemalige Polizeimann aus Hamburg wirkt doch selber so, als wenn ihm ein wenig die Testosterone fehlen, denke der hat sich untenrum nie selber verwöhnt, evtl durfte sein Ex-Chef der Ole mal ran, aber sonst…

    daum, Fernseher aus, Hirn an. Kuckt Euch mal in Eurem familiären Umfeldern um, da gibts mehr aktive Kinderschänder als im Internet.

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